Vorwort des Vorstands

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 2017 haben wir die Voraussetzung für die erfolgreiche Privatisierung der HSH Nordbank geschaffen und damit das Fundament für eine erfolgreiche Zukunft gelegt. Nachdem wir uns in den vergangenen Jahren intensiv auf den von der Europäischen Kommission im Zuge des Beihilfeverfahrens geforderten Eigentümerwechsel vorbereitet haben, ist dieser nun einen ganz entscheidenden Schritt vorangekommen:

Am 28. Februar 2018 haben die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein mit den vier US-amerikanischen Finanzinvestoren Cerberus Capital Management, J.C. Flowers, GoldenTree Asset Management und Centaurus Capital sowie der österreichischen BAWAG den Verkauf der HSH Nordbank vereinbart. Unser Dank gilt dabei auch den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein, die diesen komplizierten Verkaufsprozess mit Einsatz, Ruhe und Umsicht gesteuert haben. Allerdings müssen die beiden Länderparlamente, die Aufsichtsbehörden sowie die Europäische Kommission dem Eigentümerwechsel noch endgültig zustimmen. Auch der nahtlose Übergang vom Sicherungssystem der Sparkassen-Finanzgruppe zum Bundesverband deutscher Banken muss noch geregelt werden. Da wir hier Neuland betreten, sind die Experten der Sicherungssysteme gefordert, die wir natürlich nach Kräften unterstützen. Nun arbeiten wir an dem für das zweite oder dritte Quartal 2018 geplanten Closing, in dem der Eigentümerwechsel zum Abschluss gebracht werden soll. Danach wird die erste Privatisierung einer Landesbank in Deutschland abgeschlossen sein, ein historisches Ereignis. Für uns bedeutet das eine riesige Chance – und gleichzeitig den Beginn einer enormen, mehrjährigen Transformation hin zu einer auf die Kunden fokussierten, effizienten und nachhaltig erfolgreichen Bank.

Der Verkauf der HSH Nordbank hat sich bereits auf das Ergebnis des Geschäftsjahres 2017 ausgewirkt, das wir daher mit einem Verlust von minus 528 Millionen Euro nach Steuern abgeschlossen haben. Der Hauptgrund dafür war der Verkauf eines Portfolios aus leistungsgestörten Krediten in der Höhe von 6,3 Milliarden Euro an ein Vehikel aus dem Kreis unserer neuen Eigentümer. Das hat dazu geführt, dass wir für 2017 eine unvorhergesehene, einmalige Risikovorsorge in Höhe von 1,1 Milliarden Euro bilden mussten. Durch diese Portfolio-Transaktion, die eine Voraussetzung für die erfolgreiche Privatisierung ist, hat die Bank nun fast keine leistungsgestörten Kredite mehr in ihren Büchern und kann ihre Zukunft ohne Altlasten gestalten. Diese Befreiung von Lasten aus der Vergangenheit führt dazu, dass sich die Qualität unseres Portfolios auf einen im europäischen Wettbewerb hervorragenden Wert verbessert. Damit haben wir sehr gute Zukunftsperspektiven.

Operativ haben wir 2017 mit einem Vorsteuergewinn in der Kernbank von 732 Millionen Euro erneut unsere Stärke im Tages­geschäft gezeigt. Dieses Ergebnis, das allerdings auch von der Realisierung von Reserven profitiert, liegt knapp zehn Prozent über dem Vorjahresresultat. Im Neugeschäft haben wir trotz der Belastungen aus dem Privatisierungsverfahren mit 8,5 Milliarden Euro fast das gute Resultat von 2016 erreicht – herzlichen Dank an unsere Kunden für ihre Loyalität! Rund 2,3 Milliarden Euro haben wir vergangenes Jahr an etwa 120 neue Kunden ausgereicht – das belegt wiederum die gute Qualität unserer Angebote. Unsere harte Kernkapitalquote ohne Garantie liegt bei über 15 Prozent und ist im Vergleich zu denen unserer Wettbewerber in Deutschland und Europa sehr solide. Gleichzeitig haben wir binnen eines Jahres das Volumen in der Abbaubank von 21,4 Milliarden Euro auf 9,8 Milliarden Euro mehr als halbiert – durch die 6,3 Milliarden Euro umfassende Portfoliotransaktion werden mit dem Closing alle leistungsgestörten Kredite aus der Abbaubank verschwinden.

Diese insgesamt wirklich zufriedenstellenden Resultate sind das Ergebnis einer starken Leistung aller Kolleginnen und Kollegen, bei denen wir uns dafür bedanken möchten. Nun gestalten wir die neue Bank, die ihre Basis in unseren aktuellen Geschäftsfeldern haben wird. Dabei bieten sich uns durch den Wegfall der EU-Restriktionen neue Möglichkeiten, die wir selektiv nutzen. So werden wir beispielsweise unser Geschäft mit der gewerblichen Immobilienfinanzierung behutsam auf einige internationale Märkte ausdehnen. Bei der Finanzierung von Infrastrukturprojekten und Erneuerbaren Energien, die wir jetzt bereits außerhalb Deutschlands betreiben, werden wir unseren Radius noch etwas ausweiten.

Im Kapitalmarktgeschäft ergeben sich ebenfalls neue Möglichkeiten, unseren Standort in Singapur stärken wir. Und natürlich setzen wir auf unser bewährtes, auf Sektoren fokussiertes Mittelstandsgeschäft in Deutschland trotz des großen Verdrängungswettbewerbs. Dabei achten wir besonders auf eine noch bessere Begleitung durch Dienstleistungen aus den Bereichen in- und ausländisches Transaktionsgeschäft und Corporate Finance sowie durch Absicherungsprodukte – so verbessern wir unser zinsunabhängiges Ergebnis. Kurz und gut: Es gibt genug Potenziale – diese werden wir nutzen. Gleichzeitig reduzieren wir die Komplexität unserer internen Prozesse spürbar. So werden wir eine agile Bank, die ihren Kunden ein Angebot bietet, das genau auf sie zugeschnitten ist. Im Jahr 2017 waren wir in Bewegung. Das wird 2018 so bleiben – Veränderung wird unser Alltag. Querdenken ist dabei mehr denn je erwünscht, Kreativität ebenso. Nur so können wir in einem sich dynamisch verändernden Markt erfolgreich sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift: Vorstandsvorsitzender
Stefan Ermisch
Vorstandsvorsitzender
Unterschrift: Finanzvorstand
Oliver Gatzke
Finanzvorstand
Unterschrift: Risikovorstand
Ulrik Lackschewitz
Risikovorstand
Unterschrift: Marktvorstand
Torsten Temp
Marktvorstand